Selbstverletzung und Suizidgedanken
Wie Eltern Warnzeichen erkennen, das Gespräch suchen und im Ernstfall richtig handeln. Bei akuter Gefahr gilt zuerst der Notruf 112.
Elternsprache
Mein Kind verletzt sich selbst oder sagt, dass es nicht mehr leben will.
Fachliche Orientierung: Querschnittssymptom, AWMF-S3-Leitlinie 028-031. Diese Seite stellt keine Diagnose.
Häufige Eltern-Fragen
Wann ist es ein Notfall?
Bei Suizidgedanken oder konkreten Plänen, bei tiefen oder stark blutenden Wunden und immer dann, wenn die Situation nicht mehr sicher ist: sofort 112 rufen oder die nächste Kinderklinik-Notaufnahme aufsuchen. Rund um die Uhr und kostenlos erreichbar sind die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111, die Nummer gegen Kummer unter 116 111 und der Chat von krisenchat.de für junge Menschen unter 25. Lieber einmal zu früh Hilfe holen als einmal zu spät.
Steckt dahinter Manipulation oder ein Schrei nach Aufmerksamkeit?
Fast nie. Selbstverletzung ist meist der Versuch, mit unerträglicher innerer Anspannung, Leere oder Schmerz fertigzuwerden, wenn die Worte dafür fehlen. Es ist ein Signal, kein Spiel. Wer es als Theater abtut, verliert das Kind genau in dem Moment, in dem es Nähe am dringendsten braucht.
Wie spreche ich mein Kind darauf an?
Ruhig, ohne Vorwurf und ohne Panik. Sagen, dass die Verletzungen aufgefallen sind, und dann vor allem zuhören. Verbote, Kontrollen oder das Wegräumen aller Gegenstände verschärfen die Lage oft, weil sie den eigentlichen Druck nicht lösen. Hilfreicher ist die Botschaft: Ich sehe das, ich verurteile dich nicht, und wir suchen gemeinsam Hilfe.
Wer hilft fachlich weiter?
Kinder- und jugendpsychiatrische sowie kinder- und jugendlichenpsychotherapeutische Praxen und Ambulanzen. Die Kinderarztpraxis kann ein erster, niedrigschwelliger Schritt sein. Für die Behandlung gibt es eine eigene AWMF-S3-Leitlinie zu nichtsuizidalem selbstverletzendem Verhalten. Bei akuter Gefahr ersetzt aber keine Wartezeit den Notruf.
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