Notfall

Bei akuter Gefahr sofort handeln

Wenn ein Kind oder Jugendlicher sich selbst oder andere gefährden könnte: nicht warten, nicht erst einen Therapieplatz suchen. Direkt anrufen.

Wann ist es ein Notfall?

Akute Warnsignale

  • Konkrete Suizidankündigung, Suizidplan oder Suizidversuch
  • Selbstverletzung mit starker Blutung, tiefer Wunde oder akuter Wiederholungsgefahr
  • Schwere Verwirrtheit, Stimmenhören, Realitätsverlust oder kaum weckbarer Zustand
  • Verdacht auf Vergiftung, Überdosis oder starke Intoxikation
  • Rausch- oder Entzugszustand mit Eigen- oder Fremdgefährdung
  • Ohnmacht, Krampfanfall, schwere Kreislaufprobleme oder deutliche Austrocknung
  • Nahrungs- oder Flüssigkeitsverweigerung mit rascher körperlicher Verschlechterung
  • Akute Aggression mit unmittelbarer Gefährdung für das Kind oder andere
  • Mehrere Nächte fast ohne Schlaf mit starker Unruhe, Verwirrtheit oder Entgleisung

Bei einem oder mehreren dieser Signale gehört der erste Anruf zur 112, zur Kinderklinik-Notaufnahme oder zur nächsten kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanz. Eine ambulante Praxis ist dafür nicht der richtige Erstkontakt.

Sofortige Anlaufstellen vor Ort

Ambulanzen, SPZ und Kinderklinik

  • Kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz oder Institutsambulanz (KJP-Ambulanz) der nächsten Klinik. In jeder größeren Stadt gibt es eine Anlaufstelle, viele nehmen ohne Termin auf.
  • Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ): bei Entwicklungs-, Verhaltens- oder neurologischen Themen ein erster medizinischer Anlaufpunkt für Kinder.
  • Kinderklinik-Notaufnahme: bei akuten körperlichen oder psychischen Notfällen rund um die Uhr.
  • Krisendienst des Bundeslandes: viele Bundesländer haben eigene psychiatrische Krisendienste mit Hausbesuch. In Bayern: 0800 655 3000. In Berlin: 030 390 63 10 oder die regionalen Standortnummern. In NRW oft über die Klinik vor Ort.
  • Giftnotruf bei Verdacht auf Vergiftung oder Überdosierung: das Giftinformationszentrum eures Bundeslandes. Bei schweren Symptomen wie Bewusstseinstrübung, Krampf oder Atemnot direkt 112.

Konkrete Anlaufstellen vor Ort: das Verzeichnis der Klinikambulanzen (Kinder- und Jugendpsychiatrie) und das SPZ-Verzeichnis, beide nach Bundesland mit Telefon.

Beratung am Telefon

Anonyme und kostenlose Hilfetelefone

Telefonseelsorge

0800 111 0 111

oder 0800 111 0 222

Rund um die Uhr erreichbar, auch unter der Kurznummer 116 123. Anonym, kostenlos, auch für Eltern in Krisensituationen.

Mehr Informationen

Nummer gegen Kummer, Kinder- und Jugendtelefon

116 111

Montag bis Samstag 14–20 Uhr. Anonym und kostenlos für Kinder und Jugendliche.

Mehr Informationen

Nummer gegen Kummer, Elterntelefon

0800 111 0 550

Montag bis Freitag 9–17 Uhr, Dienstag und Donnerstag bis 19 Uhr. Anonym und kostenlos für Eltern.

Mehr Informationen

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

0800 22 55 530

Anonym und kostenlos, auch für Eltern, Bezugspersonen und Fachkräfte. Sprechzeiten: Mo, Mi und Fr 9–14 Uhr, Di und Do 15–20 Uhr.

Mehr Informationen

Was diese Seite nicht ist

Hinweise zur Notfallseite

Diese Seite ersetzt keine ärztliche, psychotherapeutische oder psychiatrische Versorgung und keinen Krisendienst. Sie ist eine Orientierungshilfe für Eltern und Bezugspersonen.

Im Zweifel bitte 112 anrufen. Die Leitstelle entscheidet, ob ein Rettungswagen, eine Polizeibegleitung oder ein psychiatrischer Krisendienst angemessen ist.

Die wichtigsten Nummern zum Ausdrucken und Aufhängen gibt es als Notfallkarte.

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