Versorgung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie: eine Datenauswertung
Dieser Report wertet 10.345 redaktionell recherchierte Profile der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sowie die institutionelle Versorgung in Deutschland aus. Er richtet sich an Redaktionen, Fachstellen und Trägerorganisationen. Alle Kennzahlen dürfen mit Quellenangabe frei zitiert werden.
Die wichtigsten Befunde
Methodik und Grenzen
Grundlage ist ein redaktionell geprüftes Verzeichnis aus öffentlich zugänglichen Quellen, etwa den Internetseiten der Praxen sowie Fachverzeichnissen. Für die Auswertung der Abrechnungsart, der Sprachen und der Verfahren dienen ausschließlich die recherchierten Angaben, nicht ungeprüfte Rohdaten. Die Werte je 100.000 Einwohner normieren die Profilzahl auf die Bevölkerung der Bundesländer (Datenbasis: Statistisches Bundesamt).
Es handelt sich um eine wachsende Sammlung, nicht um eine amtliche Vollerhebung. Die Kennzahlen beschreiben die Abdeckung dieses Verzeichnisses und ersetzen keine offizielle Versorgungsstatistik. Anteile beziehen sich jeweils auf die Profile mit einer belegten Angabe im betreffenden Merkmal.
Zugang: Kassensitz und Abrechnung
Von 9.630 Profilen mit eindeutiger Abrechnungsangabe arbeiten rund 10 Prozent als Privatpraxis oder auf Selbstzahlerbasis, also ohne regulären Kassensitz. Für gesetzlich versicherte Familien bedeutet das einen zusätzlichen Schritt, etwa über die Kostenerstattung nach Paragraf 13 SGB V, oder eine längere Suche nach einem Kassenplatz.
Zum Zitieren
„Rund 10 Prozent der recherchierten Profile in der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie arbeiten ohne regulären Kassensitz."
Quelle: EmotionalEffects, Datenreport, Stand 21.06.2026, emotionaleffects.de/datenreport
Sprachliche Erreichbarkeit
Rund 36 Prozent der recherchierten Profile nennen mindestens eine weitere Behandlungssprache neben Deutsch. Das ist für Familien wichtig, die sich auf Deutsch schwer ausdrücken. Klassische Verzeichnisse weisen dieses Merkmal in der Regel nicht aus.
| Sprache | Profile mit Angabe |
|---|---|
| Englisch | 3.387 |
| Französisch | 672 |
| Spanisch | 211 |
| Russisch | 151 |
| Türkisch | 132 |
| Italienisch | 101 |
Zum Zitieren
„Etwa 36 Prozent der recherchierten Profile bieten Behandlung in mindestens einer weiteren Sprache neben Deutsch an, am häufigsten Englisch."
Quelle: EmotionalEffects, Datenreport, Stand 21.06.2026, emotionaleffects.de/datenreport
Therapieverfahren
Die Verhaltenstherapie dominiert die recherchierten Profile deutlich, gefolgt von den tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Verfahren. Die Systemische Therapie ist als jüngstes Richtlinienverfahren noch seltener vertreten. Mehrfachnennungen sind möglich, daher liegt die Summe über 100 Prozent.
| Verfahren | Anteil der Profile mit Verfahrensangabe |
|---|---|
| Verhaltenstherapie | 64 % |
| Tiefenpsychologisch fundierte Therapie | 40 % |
| Analytische Psychotherapie | 20 % |
| Systemische Therapie | 12 % |
Regionale Verteilung
- unter 8,8
- 8,8 bis 10,2
- 10,2 bis 11,6
- 11,6 bis 14,2
- 14,2 und mehr
Auf ein Bundesland tippen für den regionalen Datenreport.
Die Abdeckung des Verzeichnisses ist regional ungleich. Zwischen dem am dichtesten und dem am dünnsten abgebildeten Bundesland liegt der Faktor 2,8: Berlin führt die Auswertung je Einwohner an, Sachsen-Anhalt bildet das Ende. Diese Spannweite spiegelt teils reale Versorgungsunterschiede, teils den Stand der Recherche wider.
Zum Zitieren
„Die Verzeichnis-Abdeckung je Einwohner unterscheidet sich zwischen den Bundesländern um den Faktor 2,8."
Quelle: EmotionalEffects, Datenreport, Stand 21.06.2026, emotionaleffects.de/datenreport
Eine nach Bundesland aufgeschlüsselte Übersicht steht im Versorgungsüberblick bereit.
Institutionelle Versorgung
Neben den niedergelassenen Praxen erfasst der Report die institutionelle Ebene: 172 Sozialpädiatrische Zentren für Entwicklungs-, Neuro- und komplexe Fragen sowie 217 kinder- und jugendpsychiatrische Klinikambulanzen für schwere und akute Erkrankungen. Beide Verzeichnisse sind nach Bundesland geordnet: das SPZ-Verzeichnis und das Verzeichnis der Klinikambulanzen.
Daten nutzen und zitieren
Die Kennzahlen dieses Reports dürfen Sie für redaktionelle und fachliche Zwecke frei verwenden. Wir bitten um eine Quellenangabe mit Verweis auf diese Seite:
EmotionalEffects, Datenreport zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Stand 21.06.2026. Online: emotionaleffects.de/datenreport
Für Rückfragen, eine aktuelle Auswertung oder die Aufschlüsselung einzelner Kennzahlen erreichen Sie die Redaktion über die Redaktionsseite. Eine nach Bundesland aufgeschlüsselte Fassung sowie die zugrunde liegenden Verzeichnisse stellen wir auf Anfrage bereit.
Karte auf Ihrer Seite einbinden
Sie dürfen die interaktive Karte kostenlos einbetten. Kopieren Sie dazu den folgenden Code. Die Quellenangabe mit Link ist enthalten.
Stand der Auswertung: 21.06.2026. Redaktionell verantwortet von EmotionalEffects. Die Angaben beschreiben die Abdeckung eines redaktionell gepflegten Verzeichnisses und ersetzen keine amtliche Versorgungsstatistik oder individuelle Beratung.