Versorgung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie: eine Datenauswertung
Das Verzeichnis umfasst 10.269 Profile der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Für 10.264 davon liegen recherchierte Detailangaben vor, etwa zu Abrechnung, Sprachen und Verfahren. Dazu kommen Sozialpädiatrische Zentren und Klinikambulanzen. Der Report richtet sich an Redaktionen, Fachstellen und Träger. Alle Kennzahlen dürfen Sie mit Quellenangabe frei zitieren.
Die wichtigsten Befunde
Methodik und Grenzen
Grundlage ist das Verzeichnis von EmotionalEffects. Die Einträge stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, vor allem öffentlichen Arztverzeichnissen und den Websites der Praxen. Die Detailangaben zu Abrechnung, Sprachen und Verfahren werden maschinell aus diesen Quellen zusammengefasst und stichprobenartig geprüft. Alle Zahlen auf dieser Seite werden aus demselben Datenstand berechnet. Die Werte je 100.000 Einwohner beziehen die Profilzahl auf die Bevölkerung der Bundesländer (Datenbasis: Statistisches Bundesamt).
Das Verzeichnis wächst und ist keine amtliche Vollerhebung. Die Kennzahlen beschreiben, was dieses Verzeichnis abdeckt. Eine offizielle Versorgungsstatistik ersetzen sie nicht. Anteile beziehen sich jeweils auf die Profile, für die das betreffende Merkmal belegt ist.
Zugang: Kassensitz und Abrechnung
Von 9.555 Profilen mit eindeutiger Abrechnungsangabe arbeiten rund 10 Prozent als Privatpraxis oder nur für Selbstzahler, also ohne Kassensitz. Für gesetzlich versicherte Familien heißt das: Entweder sie suchen weiter nach einem Kassenplatz, oder sie beantragen vor Therapiebeginn eine Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V. Privat Versicherte betrifft der Kassensitz nicht.
Zum Zitieren
„Rund 10 Prozent der recherchierten Profile in der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie arbeiten ohne regulären Kassensitz."
Quelle: EmotionalEffects, Datenreport, Stand 21.10.2026, emotionaleffects.de/datenreport
Sprachliche Erreichbarkeit
Rund 36 Prozent der Profile mit Detailangaben nennen mindestens eine weitere Behandlungssprache neben Deutsch. Für Familien, die ihre Sorgen auf Deutsch nur mühsam beschreiben können, entscheidet das oft darüber, ob ein Erstgespräch überhaupt gelingt.
| Sprache | Profile mit Angabe |
|---|---|
| Englisch | 3.371 |
| Französisch | 669 |
| Spanisch | 211 |
| Russisch | 150 |
| Türkisch | 132 |
| Italienisch | 101 |
Zum Zitieren
„Etwa 36 Prozent der recherchierten Profile bieten Behandlung in mindestens einer weiteren Sprache neben Deutsch an, am häufigsten Englisch."
Quelle: EmotionalEffects, Datenreport, Stand 21.10.2026, emotionaleffects.de/datenreport
Therapieverfahren
Die Verhaltenstherapie liegt deutlich vorn, danach folgen die tiefenpsychologisch fundierte und die analytische Psychotherapie. Die Systemische Therapie ist für Kinder und Jugendliche erst seit 2024 Kassenleistung und entsprechend seltener angegeben. Viele Praxen nennen mehrere Verfahren, deshalb ergibt die Summe mehr als 100 Prozent.
| Verfahren | Anteil der Profile mit Verfahrensangabe |
|---|---|
| Verhaltenstherapie | 64 % |
| Tiefenpsychologisch fundierte Therapie | 40 % |
| Analytische Psychotherapie | 21 % |
| Systemische Therapie | 12 % |
Regionale Verteilung
- unter 8,8
- 8,8 bis 10,2
- 10,2 bis 11,6
- 11,6 bis 14,2
- 14,2 und mehr
Auf ein Bundesland tippen für den regionalen Datenreport.
Die Abdeckung des Verzeichnisses ist regional ungleich. Zwischen dem am dichtesten und dem am dünnsten abgebildeten Bundesland liegt der Faktor 2,8: Berlin führt die Auswertung je Einwohner an, Sachsen-Anhalt bildet das Ende. Ein Teil dieser Spannweite geht auf echte Versorgungsunterschiede zurück, ein Teil darauf, wie weit die Recherche in einem Land schon ist. Welcher Anteil überwiegt, lässt sich aus diesen Daten nicht sagen.
Zum Zitieren
„Die Verzeichnis-Abdeckung je Einwohner unterscheidet sich zwischen den Bundesländern um den Faktor 2,8."
Quelle: EmotionalEffects, Datenreport, Stand 21.10.2026, emotionaleffects.de/datenreport
Eine nach Bundesland aufgeschlüsselte Übersicht steht im Versorgungsüberblick bereit.
Institutionelle Versorgung
Neben den Praxen erfasst der Report 172 Sozialpädiatrische Zentren, zuständig für Entwicklungsstörungen und neurologische Fragen, und 217 kinder- und jugendpsychiatrische Klinikambulanzen für schwere und akute Erkrankungen. Beide Verzeichnisse sind nach Bundesland geordnet: das SPZ-Verzeichnis und das Verzeichnis der Klinikambulanzen.
Daten nutzen und zitieren
Die Kennzahlen dürfen Sie für redaktionelle und fachliche Zwecke frei verwenden, mit Quellenangabe und Verweis auf diese Seite:
EmotionalEffects, Datenreport zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Stand 21.10.2026. Online: emotionaleffects.de/datenreport
Rückfragen oder Wünsche nach einer Aufschlüsselung gehen an [email protected]. Die Auswertung je Bundesland ist oben unter „Regionale Datenreports“ verlinkt.
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Sie dürfen die interaktive Karte kostenlos einbetten. Kopieren Sie dazu den folgenden Code. Die Quellenangabe mit Link ist enthalten.
Stand der Auswertung: 21.10.2026. Verantwortlich: Janike Arent. Die Angaben beschreiben die Abdeckung eines Verzeichnisses und ersetzen keine amtliche Versorgungsstatistik.