Institutionen Klinikambulanz: Hilfe bei schweren und akuten Krisen
Manchmal sagt die Therapeutin oder der Kinderarzt: Eine Stunde pro Woche reicht hier nicht mehr. Dann ist die Institutsambulanz einer Kinder- und Jugendpsychiatrie oft der nächste Schritt. Dort arbeitet ein Team, das auf Krisen und schwere Verläufe eingestellt ist.
Was eine Institutsambulanz ist
Eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) gehört zu einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Geregelt ist sie in § 118 SGB V. Fachärztinnen, Psychologen und Spezialtherapeuten behandeln dort gemeinsam. Die Ambulanz macht Diagnostik und stellt Medikamente ein. In Krisen kann sie kurzfristig einspringen. Braucht euer Kind mehr, ist der Weg in die Tagesklinik oder auf Station kurz, weil alles zum selben Haus gehört.
Für wen sie gedacht ist
Für Kinder und Jugendliche mit schweren, komplexen oder akuten psychischen Erkrankungen. Dazu zählen Suizidgedanken, schwere Essstörungen, Psychosen, starke Selbstverletzung und Zwänge mit hohem Leidensdruck. Auch wenn mehrere Probleme zusammenkommen oder eine ambulante Therapie seit Monaten läuft und nichts besser wird, lohnt der Anruf. Bei akuter Gefahr zählt zuerst der Notfallweg.
So kommt ihr an einen Termin
Meist führt der Weg über eine Überweisung vom Kinderarzt oder einer Praxis, manchmal geht es auch direkt. Ruft die Ambulanz an und fragt nach Anmeldeweg und Wartezeit. Legt Arztbriefe und bisherige Therapieberichte bereit, dazu eine Liste der Medikamente. Für gesetzlich Versicherte läuft die Behandlung über die Krankenkasse. Privatversicherte klären die Abrechnung vorher.
Häufige Fragen
Wann ist die Klinikambulanz die richtige Stelle?
Bei schweren, komplexen oder akuten psychischen Erkrankungen, wenn eine niedergelassene Praxis nicht reicht. Beispiele sind Suizidgedanken, schwere Essstörungen, Psychosen oder starke Selbstverletzung. Auch wenn mehrere Probleme zusammenkommen. Die Institutsambulanz gehört zu einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ärztinnen und Psychologen behandeln dort zusammen mit Fachtherapeuten.
Wie kommt man an einen Termin?
Meist mit Überweisung vom Kinderarzt oder einer Praxis, manche Ambulanzen nehmen Anmeldungen auch direkt an. Ruft an und fragt nach dem Anmeldeweg. Bei akuter Gefahr gilt zuerst der Notfallweg: 112 oder die Notaufnahme der Klinik.
Was kostet das?
Für gesetzlich Versicherte nichts. Die Klinik rechnet die Behandlung in der Institutsambulanz direkt mit der Krankenkasse ab. Privatversicherte fragen vorher, wie die Ambulanz abrechnet und was ihr Tarif übernimmt.
Unterschied zum Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ)?
Ein SPZ kümmert sich vor allem um Entwicklung, neurologische Fragen und Behinderung, oft bei jüngeren Kindern. Die Klinikambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt psychiatrische Erkrankungen und akute Krisen. Beide arbeiten im Team, und nicht selten überweist die eine Stelle an die andere.