Therapeutische Verfahren
Vier Verfahren zahlt die Krankenkasse als Richtlinientherapie. Dazu kommen zwei Methoden für Kinder nach einem Trauma. Zu jedem steht hier, wie gut es bei Kindern und Jugendlichen untersucht ist und woher diese Aussage stammt.
Verfahren mit geprüften Quellen
EMDR
Evidenzstufe ATraumafokussierte Psychotherapie. Während das Kind an die belastende Erinnerung denkt, folgt es zum Beispiel mit den Augen der Hand der Therapeutin. Eingesetzt bei posttraumatischer Belastungsstörung, für Kinder ab dem Schulalter angepasst.
TF-KVT
Evidenzstufe AVerhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche nach einem Trauma, meist 12 bis 25 Sitzungen. Ein Elternteil oder eine andere stabile Bezugsperson arbeitet in der Regel aktiv mit.
KVT
Evidenzstufe ATherapie mit klaren Zielen und Übungen zwischen den Sitzungen. Am besten belegt bei Angststörungen. Auch bei Depression, Zwang und Essstörungen durch systematische Reviews gestützt.
Systemisch
Evidenzstufe AFamilienorientiertes Verfahren. Eltern und oft auch Geschwister kommen mit in die Sitzungen, gearbeitet wird an den Mustern zwischen ihnen. Seit Januar 2024 auch für Kinder und Jugendliche in der Psychotherapie-Richtlinie.
TP
Evidenzstufe ARichtlinienverfahren, das mit unbewussten Konflikten und Beziehungsmustern arbeitet. Für Kinder und Jugendliche gibt es deutlich weniger Studien als zur Verhaltenstherapie.
AP
Evidenzstufe CPsychoanalytisch begründetes Richtlinienverfahren, länger und mit mehr Sitzungen pro Woche als die tiefenpsychologische Therapie. Zur Langzeitform bei Kindern und Jugendlichen gibt es kaum kontrollierte Studien.