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Bezugspersonenstunden

Bezugspersonenstunden: Bezugspersonenstunden sind Sitzungen einer Kinderpsychotherapie mit Eltern oder anderen Bezugspersonen, mit oder ohne Kind. Die Kasse zahlt sie zusätzlich.

Von Janike Arent, Psychotherapeutin in Ausbildung (Kinder und Jugendliche, Verhaltenstherapie)

Warum die Therapeutin euch einbestellt

Viele Eltern sind irritiert, wenn die Praxis sie ohne Kind sehen will. Steckt da ein Vorwurf drin? Meist nicht. Kinder leben nicht in der Therapiestunde, sie leben bei euch. Was dort geübt wird, braucht zu Hause eine Fortsetzung, und manches, was das Kind zeigt, versteht die Therapeutin erst, wenn sie euren Alltag kennt. Bezugspersonenstunden sind deshalb bei Kindern fester Bestandteil der Behandlung.

Wie viele Elternstunden vorgesehen sind

In der Sprechstunde dürfen bis zu 100 der 250 Minuten mit Bezugspersonen ohne das Kind stattfinden. In der Probatorik und in der Therapie selbst kommen Stunden mit euch hinzu. Nach der Übersicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung stehen sie in der Regel im Verhältnis 1:4 zu den Stunden mit dem Kind. Bei 60 Stunden Verhaltenstherapie wären das rund 15 Elternstunden zusätzlich.

Bezugspersonen sind nicht nur Mutter und Vater. Auch Großeltern, Pflegeeltern oder Erzieher:innen aus einer Wohngruppe können einbezogen werden, wenn sie den Alltag des Kindes tragen.

Lebt ihr getrennt, kann die Praxis beide Elternteile einladen, gemeinsam oder nacheinander. Gerade nach einer Trennung hilft es dem Kind, wenn beide Haushalte dieselben Absprachen kennen.

Was in Elternstunden passiert

Eine typische Elternstunde ist praktisch. Je nach Verfahren und Alter des Kindes geht es zum Beispiel um:

Manche Elternstunden fühlen sich an wie Hausaufgaben: ein Wochenplan, ein Punktesystem, ein Satz, den ihr in heißen Momenten sagen sollt. Probiert es aus und meldet zurück, was nicht funktioniert hat. Genau davon lebt die nächste Stunde.

  • die Frage, was die Diagnose im Alltag bedeutet
  • einen Plan für Abende, an denen der Streit ums Zubettgehen eskaliert
  • Absprachen mit der Schule
  • eure eigene Belastung, die das Familienklima mitprägt

Elternstunden bei Jugendlichen

Bei Jugendlichen werden Bezugspersonen sparsamer und meist nach Absprache einbezogen. Was die Jugendliche in der Stunde erzählt, bleibt in der Regel vertraulich. Die Therapeutin bespricht vorher mit ihr, was in einem gemeinsamen Gespräch Thema sein darf.

Wann euch der Begriff begegnet

  • die Praxis lädt euch zu einem Termin ohne Kind ein
  • ihr fragt euch, wie viel ihr von der Therapie mitbekommt
  • zu Hause läuft es anders als in der Praxis

Rechtsgrundlage

  • § 11 Abs. 6 Psychotherapie-Richtlinie (Sprechstunde mit Bezugspersonen)
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