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Elterntraining

Elterntraining: Ein Elterntraining ist ein strukturiertes Programm, in dem Eltern in mehreren Sitzungen lernen, schwierige Situationen mit ihrem Kind anders zu gestalten.

Von Janike Arent, Psychotherapeutin in Ausbildung (Kinder und Jugendliche, Verhaltenstherapie)

Elterntraining heißt nicht, dass ihr etwas falsch gemacht habt

Die Empfehlung kränkt viele Eltern zuerst. Wer seit Jahren jeden Abend um die Zahnputz-Frage kämpft, hört „Elterntraining“ schnell als Vorwurf. Gemeint ist etwas anderes: Bei manchen Kindern reichen die üblichen Erziehungsmittel nicht, weil sie impulsiver, ängstlicher oder schneller überfordert sind als andere. Ein Training gibt euch Werkzeuge, die zu genau diesem Kind passen. Bei Störungen des Sozialverhaltens und bei ADHS im Vorschulalter gehört es laut Leitlinien zu den zentralen Bausteinen der Behandlung.

Was in einem Elterntraining geübt wird

Typische Inhalte sind klare Aufforderungen, die ein Kind tatsächlich umsetzen kann, Lob für das, was klappt, ruhige und vorhersehbare Konsequenzen, Auszeiten, Regeln für Bildschirmzeit und der Umgang mit eigenen Wutmomenten. Geübt wird in Rollenspielen und mit Hausaufgaben: eine Woche lang jeden Tag zehn Minuten Spielzeit, in der das Kind bestimmt.

Es gibt viele Programme, einige davon sind in Studien untersucht, etwa Triple P oder das Therapieprogramm THOP für Kinder mit Unruhe und oppositionellem Verhalten. Fragt nach, auf welchem Programm ein Angebot beruht und für welches Alter es gedacht ist.

Wo es Elterntrainings gibt und wer bezahlt

Je nach Programm sind es mehrere Abende oder Sitzungen, verteilt über einige Wochen. Es kann sein, dass es zu Hause zuerst lauter wird, weil euer Kind die neuen Regeln testet. Das spricht nicht gegen das Training. Bleibt dran und besprecht es in der nächsten Sitzung.

Innerhalb einer Psychotherapie für das Kind finden Elternteile in den Bezugspersonenstunden statt, bezahlt von der Krankenkasse. Erziehungsberatungsstellen bieten Elternkurse oft kostenlos oder gegen geringe Gebühr an. Familienbildungsstätten und manche Krankenkassen haben Präventionskurse. Kinder- und jugendpsychiatrische Praxen und SPZ führen Gruppen für Eltern von Kindern mit ADHS oder Autismus.

  • Ein Training wirkt nur, wenn ihr das Geübte zu Hause ausprobiert. Plant die Wochen so, dass dafür Luft bleibt.
  • Beide Elternteile sollten teilnehmen, wenn es geht, auch getrennt lebende.
  • Ein Elterntraining ersetzt keine Behandlung des Kindes, wenn dieses selbst stark leidet, etwa unter Angst oder Depression.

Wann euch der Begriff begegnet

  • Wutausbrüche oder Verweigerung bestimmen den Familienalltag
  • bei eurem Kind wurde ADHS oder eine Störung des Sozialverhaltens festgestellt
  • eine Praxis oder Beratungsstelle schlägt euch ein Training vor
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