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Frühförderung

Frühförderung: Frühförderung ist ein Hilfeangebot für Kinder von Geburt bis zur Einschulung, deren Entwicklung verzögert ist oder die von Behinderung bedroht sind.

Von Janike Arent, Psychotherapeutin in Ausbildung (Kinder und Jugendliche, Verhaltenstherapie)

Unterstützung, bevor die Schule beginnt

Euer Dreijähriger spricht kaum Zwei-Wort-Sätze, die Kinderärztin hat es bei der U7a angesprochen, und die Kita beobachtet, dass er beim Spielen oft allein bleibt. Für solche Situationen ist die Frühförderung gedacht. Eine Frühförderstelle schaut mit Heilpädagogik, Psychologie und Therapien wie Logopädie oder Ergotherapie auf euer Kind und arbeitet oft bei euch zu Hause oder in der Kita. Für euch ist sie kostenfrei.

So beginnt Frühförderung

Der erste Schritt ist meist ein Gespräch mit der Kinderarztpraxis. Viele interdisziplinäre Frühförderstellen bieten zusätzlich ein offenes, unverbindliches Erstgespräch an, für das ihr keine Verordnung braucht. Danach folgt eine Eingangsdiagnostik, und gemeinsam mit euch entsteht ein Förder- und Behandlungsplan.

Die Förderung ist eine sogenannte Komplexleistung. Krankenkasse und Träger der Eingliederungshilfe zahlen gemeinsam, je nachdem welcher Anteil medizinisch und welcher heilpädagogisch ist. Über die Aufteilung müsst ihr euch nicht kümmern, den Antrag koordiniert die Frühförderstelle.

Frühförderstelle, SPZ und Kita

Frühförderstellen arbeiten wohnortnah und begleiten Kinder oft über längere Zeit. Ein Sozialpädiatrisches Zentrum kommt dazu, wenn die medizinische Seite komplexer ist, etwa bei Epilepsie oder genetischen Syndromen. Beides schließt sich nicht aus.

Mit der Einschulung endet die Frühförderung. Spätestens im letzten Kita-Jahr lohnt es sich, mit der Frühförderstelle und der Schule zu besprechen, welche Unterstützung danach weiterläuft, etwa ein sonderpädagogischer Förderbedarf oder eine Schulbegleitung.

  • Frühförderung setzt keine feststehende Behinderung voraus. Eine drohende Behinderung genügt.
  • Die Angebote unterscheiden sich je nach Bundesland stark, fragt nach der Frühförderstelle in eurem Landkreis.

Wie Frühförderung im Alltag aussieht

Meist kommt eine Heilpädagogin einmal pro Woche, in die Kita, zu euch nach Hause oder ihr fahrt zur Frühförderstelle. Dazu kommen je nach Bedarf Logopädie, Ergo- oder Physiotherapie. Ein fester Teil ist die Beratung der Eltern. Ihr bekommt Ideen für den Alltag, etwa wie ihr beim Wickeln Sprache anregt oder wie ihr Übergänge zwischen Spielen und Essen ruhiger gestaltet.

Wann euch der Begriff begegnet

  • ein Kleinkind entwickelt sich in einem Bereich deutlich langsamer
  • die U-Untersuchung regt eine Abklärung an
  • Kita und Eltern sehen mehrere Auffälligkeiten zugleich

Rechtsgrundlage

  • § 46 SGB IX (Früherkennung und Frühförderung)
  • § 79 SGB IX (heilpädagogische Leistungen)
  • Frühförderungsverordnung (FrühV), § 6a offenes Beratungsangebot
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