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SPZ

SPZ: Ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) ist eine ärztlich geleitete Ambulanz nach § 119 SGB V für Kinder mit komplexen Entwicklungs- und Verhaltensfragen.

Von Janike Arent, Psychotherapeutin in Ausbildung (Kinder und Jugendliche, Verhaltenstherapie)

Wann ein SPZ die richtige Adresse ist

Ein SPZ ist für die Fälle da, bei denen die Kinderarztpraxis allein nicht weiterkommt. Typisch sind Kinder, bei denen mehreres zusammenkommt: Die Sprache kommt spät, die Motorik hakt, im Kindergarten gibt es ständig Konflikte, und dazu ist eine Epilepsie oder eine Frühgeburt bekannt. Im SPZ schauen Kinderärzt:innen, Psycholog:innen, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie gemeinsam auf euer Kind. Danach habt ihr keinen Stapel Einzelbefunde in der Hand. Ihr bekommt einen gemeinsamen Plan.

So kommt ihr an einen SPZ-Termin

Ohne Überweisung geht es in der Regel nicht. Meist überweist die Kinderarztpraxis. Manche SPZ nehmen nur Überweisungen bestimmter Fachärzt:innen an, etwa aus Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das legt der Zulassungsbescheid des jeweiligen Zentrums fest. Ruft vorher an und fragt, welche Überweisung gebraucht wird.

Wartezeiten von mehreren Monaten sind häufig. Lasst euch trotzdem auf die Liste setzen und fragt, ob vorab Fragebögen geschickt werden. Bundesweit gab es laut Deutscher Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin im November 2022 162 Sozialpädiatrische Zentren. In ländlichen Regionen fahrt ihr oft eine Stunde und mehr.

Was ein SPZ leistet und wo seine Aufgabe endet

Das SPZ diagnostiziert und plant. Es kann auch behandeln, oft aber nur für eine begrenzte Zeit. Regelmäßige Therapien wie wöchentliche Logopädie laufen danach meist wieder wohnortnah über Verordnung. Für eine längere Psychotherapie vermittelt das SPZ in der Regel weiter.

Die Kosten trägt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse. Auch für privat Versicherte rechnen viele Zentren ab, fragt vorher nach.

  • Häufige Anlässe: Entwicklungsverzögerung, Verdacht auf Autismus, ADHS mit Begleiterkrankungen, Epilepsie, Behinderung, Regulationsstörungen im Kleinkindalter.
  • Kaum ein Anlass für ein SPZ: eine einzelne, klar umrissene Frage, die eine Fachpraxis schneller klären kann.

Was ihr zum ersten SPZ-Termin mitnehmt

Der erste Termin dauert oft mehrere Stunden. Packt Essen und etwas zum Spielen ein.

  • Überweisung und Versichertenkarte
  • das gelbe Untersuchungsheft und den Impfpass
  • Arztbriefe, Klinikberichte und Befunde von Logopädie oder Ergotherapie
  • Berichte aus Kita oder Schule, falls vorhanden

Wann euch der Begriff begegnet

  • bei kleinen Kindern kommen mehrere Entwicklungsfragen zusammen
  • die Kinderarztpraxis empfiehlt eine interdisziplinäre Abklärung
  • neben der Psyche spielt eine neurologische oder körperliche Erkrankung mit

Rechtsgrundlage

  • § 119 SGB V (Sozialpädiatrische Zentren)
  • § 43a SGB V (nichtärztliche sozialpädiatrische Leistungen)
  • § 4 Frühförderungsverordnung (SPZ in der Frühförderung)
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