Psychiatrische Institutsambulanz
Psychiatrische Institutsambulanz: Ambulanz an einer psychiatrischen Klinik. Sie behandelt Menschen, die wegen Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung kliniknahe Versorgung brauchen.
Von Janike Arent, Psychotherapeutin in Ausbildung (Kinder und Jugendliche, Verhaltenstherapie)
Wann die Klinikambulanz die richtige Adresse ist
Bei Kindern und Jugendlichen sitzt die Institutsambulanz meist an einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie ist für die Fälle da, bei denen eine einzelne Praxis an Grenzen stößt: eine Essstörung, die körperlich überwacht werden muss, wiederholte Krisen mit Selbstverletzung, eine Depression, die Medikamente braucht, oder die Zeit nach einem Klinikaufenthalt. Behandelt wird im Team aus Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Sozialpädagogik und Fachtherapien. Für euch heißt das: ein Ort, an dem Diagnostik, Medikamente, Gespräche und Kontakt zu Schule oder Jugendamt zusammenlaufen.
So kommt ihr an einen Termin in der Ambulanz
Ruft in der Ambulanz der zuständigen Klinik an und fragt nach dem Ablauf. Viele Ambulanzen wollen eine Überweisung von Kinderarzt oder Kinder- und Jugendpsychiaterin, manche vergeben zuerst ein Vorgespräch. Die Wartezeiten sind sehr unterschiedlich. Nach einer stationären Behandlung geht es oft schneller, weil die Ambulanz die Nachsorge übernimmt.
Bringt zum ersten Termin mit, was schon da ist: Arztbriefe, Berichte aus Schule oder Jugendamt, Entlassbriefe früherer Klinikaufenthalte. In einer akuten Krise ist die Ambulanz nicht der Weg. Dann gilt die Notaufnahme der Klinik oder die 112.
Was die Ambulanz anders macht als eine Praxis
Eine Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie arbeitet meist im Wochentakt mit einer festen Person und einem beantragten Stundenkontingent. Die Institutsambulanz rechnet anders ab und kann flexibler sein: mal ein ärztlicher Termin zur Medikation, mal ein Familiengespräch, mal ein Telefonat mit der Schule. Wie oft Termine stattfinden, ist von Ambulanz zu Ambulanz verschieden. Beides kann sich ergänzen. Einige Jugendliche haben einen Therapieplatz in einer Praxis und lassen Medikamente in der Ambulanz einstellen.
Zwei Bedeutungen der Abkürzung PIA
PIA steht für Psychiatrische Institutsambulanz. Dieselben drei Buchstaben nutzt die Fachwelt für Psychotherapeut:innen in Ausbildung. Wenn auf einem Brief „PIA“ steht, schaut auf den Zusammenhang: Ein Ort ist die Ambulanz, eine Person ist die Therapeutin in Ausbildung.
Wann euch der Begriff begegnet
- die Erkrankung ist schwer oder zieht sich lange hin
- nach einem Klinikaufenthalt wird eine Nachsorge gesucht
- Medikamente und Gespräche sollen an einem Ort laufen
Rechtsgrundlage
- § 118 SGB V (Psychiatrische Institutsambulanzen)